Glanzvoller Auftritt eines Weltstars
26.1. – So glanzvoll das Abendkleid, so glanzvoll, rein und kräftig auch die Sopranstimme einer Meisterin ihres Fachs: Deborah Sasson. Der Weltstar überzeugte und bekam vom begeisterten Publikum in einem ausverkauften Rosenthal-Theater großen Applaus. Die Sopranistin, einst mit
dem verstorbenen Tenor Peter Hoffmann verheiratet und als Interpretin bei den Richard-Wagner-Festspielen bekannt geworden, bezauberte in der Inszenierung von „Phantom der Oper“, die sich stärker an der Romanvorlage von Gaston Leroux orientierte als an die Fassung von Andrew Lloyd Webber.
Über 50 Mitwirkende, darunter neben dem Orchester in der Besetzung Robert Meyer in der Titelrolle, Jochen Sautter als Raoul und eben Deborah Sasson in der Rolle der Christine Daaé, waren zu Gange im Stück, in dem Christine als Chormädchen an der Pariser Opéra einspringen muss. Doch mit der Unterstützung des „Phantoms“ zelebriert sie „O mio babbino caro“ in Perfektion. Schnell war daher klar, dass da etwas nicht stimmen könne. Nun ist der neue
Opernstar zerrissen zwischen Herz, das für Raoul schlägt, und Verstand, das nein dazu sagt und sich so dem gefürchteten „Phantom“ hingeben möchte - der Beginn einer aus Eifersucht spannungsgeladenen Rivalität. Nicht nur musikalisch, sondern auch schauspielerisch beeindruckend war die Leistung Sassons, die als Christine den Maskenmann entlarven kann, diesen nach kurzem schockiertem Blick umso zärtlicher küsst – doch am Ende sich für Raoul entscheidet.
Stimmlich variabel, leidenschaftlich und authentisch die Gestik und Mimik. Dazu mal mitreißend fetzig, schmissig bis zu leicht – auch das Ensemble des Orchesters wirkte präzise mit ihrer instrumentalen Begleitung des Stückes, das Selb begeisterte. Das Publikum bekam klar noch eine Solo-Zugabe von Deborah Sasson, die in ihrem rot leuchtenden Abendkleid noch die Arie „Habanera“ aus der Oper „Carmen“ zum Besten gab, ehe sie und ihre Bühnenkollegen verabschiedet wurden. Doch das nur bis zum Donnerstag-Abend. Da gibt es im wiederum ausverkauften Rosenthal-Theater das „Phantom der Oper“ noch einmal zu erleben. Der Mut des Kulturamtes hat sich also gelohnt, die Inszenierung nach Selb zu holen und wurde dafür mit vollen Häusern belohnt.
selb-live.de – Michael Sporer















